Freitag, den 04. März 2011 um 09:04 Uhr
Besuch von Siegrid Braun BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN
Sprecherin KV Rhein-Hunsrück - Photovoltaik-Anlage Mastershausen
Zwischen Biobrot, Hunsrücker Wurst und Kochkäse hat heute meine Wohnmobil-Tour durch Rheinland-Pfalz begonnen. Bis zur Landtagswahl am Sonntag, 27. März, wird mich diese Reise durch das ganze Land führen – mit durchschnittlich drei Terminen pro Tag. Zusammen mit Siegrid Braun, der Sprecherin und Direktkandidatin des Kreisverbands Rhein-Hunsrück von Bündnis 90/Die Grünen, mit Karin Heinz, der Kassiererin des Kreisverbands, Kreisvorstandsmitglied Michael Pfaff und dem bündnisgrünen Förster Thomas Görgen (Foto oben) habe ich heute in Kastellaun Kunden, Händler und Passanten angesprochen. Unser erster Eindruck: Fast alle waren zu einem Gespräch und zum Austausch von Argumenten und zur Diskussion bereit. Aber: Die Politik(er)verdrossenheit der Menschen ist riesengroß, Vertrauen und Zutrauen in die Politik hingegen tendieren gegen null.
Die Fotovoltaikanlage in Masterhausen, die größte Anlage dieser Art im Rhein-Hunsrück-Kreis, war die zweite Station meiner heutigen Etappe. Auf einer zwölf Hektar großen Fläche sind in der 1000-Einwohner-Gemeinde ab Oktober 2010 insgesamt 64.000 Solarmodule verbaut und etwa 4000 Tonnen Stahlträger montiert worden, wie Bürgermeister Toni Christ den grünen FreundInnen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreisverband und mir berichtete. Die Fotovoltaikanlage hat eine Leistung von 2,75 Megawatt. Zusammen mit den zehn in unmittelbarer Nähe stehenden Windrädern (Foto Mitte) bringen sie eine Gesamtleistung von 40.000 Megawattstunden jährlich.

Die Fotovoltaikanlage war lange geplant. Bereits fünf Jahre vor Baubeginn wollte der Gemeinderat entsprechende Flächen ausweisen. Die Novellierung des EEG drängte im vergangenen Jahr zum Handeln. Die Gemeinde verhandelte mit mehreren Investoren. Auch eine Biogasanlage war im Gespräch, ließ sich aber (noch) nicht verwirklichen. Den Zuschlag erhielt schließlich die ENN Solar Management GmbH aus Kirchheim bei München. Der Pachtvertrag läuft über 30 Jahre; 630.000 Euro wurden von der ENN im Voraus bezahlt. Nach Vertragsende geht die Anlage entweder ins Eigentum der Gemeinde über oder sie wird zurückgebaut. Deshalb wurde für den Bau auch kein Beton verwendet. Die Gemeinde bleibt Eigentümerin von Grund und Boden.
Mehr als zehn Millionen Euro hat die ENN in das Mastershausener Projekt investiert. Die Gemeinde darf sich nicht nur über die genannte Pacht freuen, sondern außerdem noch über jährliche Gewerbesteuereinnahmen von 120 000 Euro. Der Bau einer Biogasanlage mit angeschlossener Pellet-Anlage stehe in Mastershausen weiter auf der Agenda; denn die Gemeinde ist ein großer Waldbesitzer. Aus dem gleichen Grund gibt es ein Nahwärmekonzept für den Ort.
Seit dem 23. Dezember 2010 speist die Fotovoltaikanlage Strom ins Netz. Ab 1. Januar 2011 wären keine Fördermittel mehr geflossen. Nach dem von Schwarz-Gelb beschlossenen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werden solche Anlagen jetzt gar nicht mehr gefördert. Ich finde, dass es sich bei der Anlage in Mastershausen um ein echtes Vorzeigeprojekt handelt, vom dem andere Kommunen lernen können. Wir wollen solche Projekte unter anderem mit unserem Klimaschutzprogramm fördern.