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Die Zeit der französischen Besatzung
Ende Juli 1945 rückten die Franzosen in Mastershausen ein. Sie waren schlechter versorgt als die Amerikaner und waren mit deren abgetragenen Uniformen, Waffen und LKWs ausgestattet. Die Mannschaften, die hauptsächlich aus Marokkanern bestand und von den eigenen, weißen Kameraden wie Menschen zweiter Klasse behandelt wurden, war in dem mittlerweile verlassenen RAD-Lager untergebracht, in dem sich auch die Küche befand. Dagegen nächtigten die Offiziere in den Wohnhäusern. Seit Abzug der Amerikaner wurde Mastershausen nur ein- bis zweimal täglich von der Kreisverwaltung Zell kontrolliert. Das änderte sich mit dem Einzug der Franzosen. Der Hass der fremdenBesatzer saß tief und so mussten die Mastershausener zahlreiche Schikanen ertragen. Angefangen mit noch verständlichen Verordnungen wie dem Jagdverbot bzw. Abgaben in Form von Vieh, Holz oder auch Heu (bis 1951) zählten aber auch Hühnerdiebstahl bis hin zu sexueller Belästigung zu den Repressalien der Besatzer.
Diese schlechten Verhaltensweisen sind einerseits nachvollziehbar, wenn man sich vor Augen hält, wie sich die deutsche Wehrmacht in Frankreich aufgeführt hat, andererseits darf man sie aber auch nicht pauschalisieren, denn die Fremden erfreuten auch durch ihre mitgebrachten und bis dahin unbekannten Bräuche.
Auch beim Aufbau beteiligten sich die Franzosen. Im Zuge der Entnazifizierung wurden politisch bedenkliche Personen aus Schlüsselpositionen entfernt, mussten allerdings schon bald wegen Fachkräftemangel zurückgeführt werden. Ansonsten wurde die Verwaltung größtenteils beibehalten. Anfängliche Probleme gab es mit Schulen, die seit Sommer 1944 geschlossen waren, mit der Post, die oft erst Monate nach Heimkehr der ersten Soldaten im Sommer 1945 ihr Ziel erreichte. Oder mit der Bahn, die ständig überlastet war von Menschen die Arbeit oder ihre Verwandten suchten. In Mastershausen bemerkte man unterdessen von einem Systemwandel wenig, außer das man in der Gaststätte einen neuen Pass ausgestellt bekam und andere Parteien wählen konnte, wobei man meist nur auf die Religions-angehörigkeit des Politikers geachtete wurde. Im Vordergrund stand die Versorgung der Familie mit Lebensmitteln. Dies führte zu blühendem Schwarzhandel und Schwarzschlachten unter dem Deckmantel der Dorfgemeinschaft. Die härtesten Zahlungsmittel waren Speck und Wein. Trotz großen Hungers, der dazu führte, dass sogar die Setzkartoffeln wieder ausgegraben wurden, ging es den Leuten auf dem Land relativ gut, sofern sie nicht nur versuchten, allein von den Lebensmittelkarten zu leben.